Nipper Review #24: Raywood Nipper #005 Advanced Ultra-thin Single Blade

Der GodHand SPN-120 ist ja über jeden Zweifel erhaben und leider auch total vergriffen oder liegt Preislich in Sphären, die keiner je bereit sein sollte zu zahlen. Eine bekannte und gute Alternative ist der DSPIAE ST-A 3.0. Doch hat mich vor einigen Wochen eine Nachricht eines befreundeten Bastlers aus Japan erreicht, ich solle doch bitte mal den Raywood Nipper #005 anschauen, welcher dem GodHand und dem DSPIAE ebenbürtig sein soll.

Zuerst war ich skeptisch da ich noch nie in irgendeiner Form von dieser Marke gehört habe, doch meine Neugier hat dann doch schlussendlich gesiegt. Und es muss ja noch eine neue Rangliste für 2021 geben!

Also bei Amazon Japan bestellt. Der Preis liegt bei za. 45 € inkl. Versand und Zoll. Wenn der Nipper das hält was er verspricht, ist der Preis durchaus in Ordnung. Hier noch der Hinweis. Es gibt noch einen „Anfänger“ Nipper von Raywood mit der Modellnummer #001 (orangefarbener Griff). In dieser Review wird der Advanced #005 Nipper (gelber Griff) behandelt.

Die Form und Größe ist den gängigen Single-Blade Nippern nachempfunden. Die Griffweite beträgt an den Außenseiten za. 83 mm. Die Griffummantlung besteht aus zwei Schichten (zumindest sichtbar). Eine glatte Innenschicht und eine etwas griffigere Außenschicht, die aus dem selben Material zu bestehen scheint als beim GodHand und DSPIAE. Die Ergonomie mag ich wie auch bei dieser Form üblich, noch immer nicht so ganz. Auch die Feder entspricht dem üblichen Standard und dürfte deshalb mit der Zeit ausleiern. Ansonsten ist die Verarbeitungsqualität beim Raywood sehr gut. Die linke Klinge und der rechte Widerstand verlaufen gerade und schließen auch ohne Lücke.

Die Klinge selbst ist sehr dünn. Za. 0,80 mm an der hinteren Stelle und za. 0,35 mm an der Spitze. Die Klingenlänge beträgt za. 7,50 mm.

Doch wie sieht es schlussendlich mit dem Wesentlichen, der Schnittqualität aus?

Beim Schnitttest hat der GodHand mal wieder seine konstante Qualität unter Beweis gestellt. Keine Stressmarken. Der DSPIAE hat am Anfang des Schnitts eine kleine Stressmarke. Dies ist mir bereits beim ST-A 2.0 in der Vergangenheit aufgefallen und wird scheinbar vom ST-A 3.0 fortgeführt. Dieser Effekt tritt immer dann auf wenn der DSPIAE schon ein paar Schnitte (wenn auch nicht überwiegend viele) auf dem Kerbholz hat. Hier ist der GodHand langlebiger. Überraschend ist jedoch der Raywood. Dieser ist dem GodHand tatsächlich gleichgestellt. Der Schnitt (unter kontrollierten Bedingungen) ist sauber und gleichmäßig, ohne Stressmarken. Vor diesem Schnittest habe ich den Raywood allerdings schon komplett beim Jupitive Gundam sowie der Saturnix, Mercuone und Nepteight Unit eingesetzt damit dieser nicht als frisch geschliffener Neuling den Test verfälscht.

Ein Thema ist die Langlebigkeit. Nun man sollte bei dieser Art Nipper einfach keine Wunder erwarten und da ist der Raywood keine Ausnahme. Die dünne Klinge hält nun mal nicht so lange wie ein doppelseitig geschliffener Nipper, wo die Klinge 6x so dick und noch um ein vielfaches breiter und damit auch stabiler ist. Man sollte diesen Nipper also mit Bedacht und gezielt einsetzen, wenn man ihn etwas länger verwenden möchte.

Somit komme ich zur folgenden Bewertung:

 

7/10

Gate-Zugänglichkeit

10/10

Schneideleistung

10/10

Clear Part Eignung

5/10

Langlebigkeit

9/10

Verarbeitungsqualität

5/10

Ergonomie

46

Punkte

 

Fazit

Ich bin froh, dass es mal ein Außenseiter einer doch in dem Bereich unbekannten Marke (bei Airbrush soll Raywood in den asiatischen Teilen durchaus bekannt sein) auf dasselbe Treppchen geschafft hat wie der GodHand sowie der DSPIAE. Hoffentlich belebt dies den Konkurrenzkampf dieser Firmen wieder etwas und die Produkte werden verbessert und nicht nur die Preise werden gehoben.

Es scheint zudem als wäre Raywood nicht die einzige unbekannte Firma, welche einen solchen Nipper auf den Markt gebracht hat. Auch die Firmen Nubble/Bonds sowie Aurochs sollen einen Nipper besitzen, welche dem Raywood verdächtig ähnlich sein sollen. Wahrscheinlich wurden diese sogar alle in der selben Schmiede als OEM Produkte hergestellt, auch wenn dies nur eine Vermutung meinerseits ist. Neu wäre dies zumindest nicht, siehe DSPIAE und Meng. Der Aurochs kann allerdings derzeit nicht nach Deutschland geliefert werden, weshalb hier der Test ausbleiben wird. Beim Nubble/Bonds bin ich am überlegen ob dieser bestellt werden soll. Die 65 € (ja, der ist definitiv teurer) investiere ich dann doch lieber anderweitig.

 

Review-Kriterien

Jeder getestete Seitenschneider wurde an mindestens 3 Gunpla-Kits ausprobiert.

Die Schneideleistungs- und Langlebigkeits-Angaben beruhen auf za. 1.500 – 3.000+ Schnitten. Dies entspricht einem Durchschnitt von 150 Teilen zu je 3 Gates pro Teil, wobei viele Gates einmal Grob (maximal weit entfernt vom Teil) und die verbleibende Nub-Stelle etwas näher am Teil abgeschnitten wurde. Eine Ausnahme bilden die Clear-Parts. Diese wurden so nah wie möglich am abzutrennenden Teil abgeschnitten.

Die Ergonomie-Werte beruhen auf meinen persönlichen Präferenzen und mögen nicht den Deinen entsprechen. Meine Hände entsprechen der Handschuhgröße 9 – 10, weshalb die meisten asiatischen Nipper-Fabrikate für mich zu klein sind und dementsprechend Punktabzüge in der Bewertung erhalten.

Die Maßangaben zu den Klingen sind mit einem Messschieber selbst ermittelt und können von offiziellen Produktangaben abweichen.

Auch wenn ein Preis in der Beschreibung angegeben wird, ist dieser nicht im Review eingeflossen.

Punkte-Aufschlüsselung: 60 – 50 Punkte: Sehr gut | 49 – 40 Punkte: Gut | 39 – 30 Punkte: Befriedigend | 29 – 20 Punkte: Ungenügend | 19 – 10 Punkte: Schlecht | 09 – 01 Punkte: Sehr schlecht

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