Cutterklingen Review #3: Favoriten, Alternativen und nicht geeignete Klingen

Wer viel mit Segmentklingen/Abbrechklingen arbeitet, dem steht eine große Auswahl an Marken zu Verfügung. Bei allen von mir getesteten Produkten, gab es nur ein Produkt was nicht den Erwartungen entsprochen hat. Jedoch gibt es genauso wie bei den Seitenschneidern, unterschiedliche Einsatzzwecke je nach Plastik, Form und Dicke der Trennstellen. Generell kann man zwei Typen an Klingen gebrauchen: 60 Grad Klingen für grobe Arbeitsvorgänge, wie z. B. das Säubern/Abflachen von dicken Nub-Marks und 30 Grad Klingen, die wegen der feinen Spitze eher für die Nachbearbeitung geeignet sind indem man z. B. verbleibende Stressmarken und kleine dünne Überschüsse, präzise herausschneidet.

 

 

Tajima Dora 30° Razar Black
(TAJ-CB39RB)

Die Tajima Dora 30° (TAJ-CB39RB) Klingen sind bei weitem meine bevorzugte Wahl was Cutterklingen angeht. Diese Klingen sind einfach extrem scharf und von sehr guter Qualität. Eine kleine Feststellung hatte ich allerdings schon im ersten Artikel dieser Serie erwähnt. Bei harten und sehr scharfen Klingen muss man bei hartem Plastik, viel mehr Druck ausüben um Stückchen abzuschneiden, als wenn die Klinge etwas weicher ist (wer das Phänomen erklären kann, bitte in die Kommentare schreiben. Das würde mich interessieren). Das ist aber meckern auf hohem Niveau. Wer also eine (und nur eine) Cutterklinge sucht, der ist mit dem Tajima Dora 30° bestens aufgestellt.

Einen winzigen Nachteil hat diese Klinge jedoch auch. Diese Klingen sind so scharf, wenn man nicht ungemein aufpasst, schneidet man sich schnell Krater in das Plastik, weshalb ich auch noch zwei andere 60 Grad Klingen benutze und je nach Situation einsetze.

Alternativen zu Tajima Dora 30° Razar Black

Die Tajima Endura 30° (LCB-39) und die Olfa SAB-10 Klingen sind würdige Alternativen zu den Tajima Dora 30° Razar Black, jedoch etwas weniger scharf. Bei den Olfa SAB-10 ist mir manchmal die Spitze abgebrochen. Dies scheint eine kleine Schwachstelle bei Olfa zu sein. Da die Tajima Dora 30° Razar Black aber gut in Deutschland zu bekommen sind und auch Preislich nicht weit über dessen Alternativen liegen, besteht eigentlich kein Grund, diese Alternativen zu wählen (welche trotzdem im Test hier erwähnt wurden, da die Dora Klingen erst zu einem späteren Zeitpunkt erschienen sind und noch als “neues” Produkt zum jetzigen Zeitpunkt betrachtet werden können.

 

 

Tajima Endura LCB-30 (TAJ-70401)

Manchmal sind die 30 Grad Klingen einfach zu spitz und man möchte z. B. etwas dickere Nub-Marks wegschneiden. In dem Fall benutze ich die Tajima Endura LCB-30. Diese Klingen sind auch außergewöhnlich scharf und auch sehr hart und besitzen deshalb dasselbe Problem mit hartem Plastik wie die Tajima Dora Klingen. Wer ein Set aus 30 Grad und normalen Klingen für alle Arbeiten einsetzen will, sollte diese Klingen in Kombi mit den Tajima Dora 30° Klingen nehmen. Das 50x Pack ist zudem sehr günstig und man ist eine sehr lange Zeit ruhig. Es gibt aber auch Packs zu 10x Klingen.

Alternativen zu Tajima Endura LCB-30

Die Tajima Endura LCB-30 und dessen Alternativen sind für mich nahezu identisch von der Schärfe und der Qualität (auch im Vergleich zu der Razar Black Serie von Tajima), weshalb schlussendlich der fantastische Preis für das 50x Pack das Rennen gemacht hat.

 

 

Stanley Abbrechklingen (0-11-300)

Um dem Problem vom sehr hartem oder dickem Plastik, wie z. B. bei den High Grade Kits entgegenzuwirken, habe ich einige andere Marken ausprobiert und bin schlussendlich bei den Stanley Abbrechklingen hängen geblieben. Diese Klingen sind in manchen Foren sehr umstritten und gelten als schlechte Baumarkt Qualität. Ich kann diese Meinung nicht unterstützen, wenn ich auch zugeben muss, dass diese doch recht schnell an schärfe verlieren. Da dies aber für mich keine Rolle spielt, sind die Stanley Klingen auf Platz 3 meiner Favoritenliste und werden eingesetzt, wann immer das Plastik wieder etwas härter, spröder oder störriger ist.

Alternativen zu den Stanley Abbrechklingen

 

 

Die “Auch sehr gut, aber die o. g. Klingen sind besser für Gunpla geeignet” Kategorie

 

 

Von der Konkurrenz abgehängt und auch noch eine gefährliche Verpackung

Einzig die Lutz TiN (Titannitrid) beschichteten Klingen sind komplett in den Tests durchgefallen. Zwar sind die Klingen nicht stumpf, aber Plastik oder Karton schneiden die Klingen nicht besonders gut im Vergleich zu anderen Marken und die TiN Beschichtung ist zwar sichtbar aber bei der Standzeit nicht bemerkbar. Zudem ist die Verpackung brand gefährlich. Erstmal sollte das Loch in der Klinge bei der Öffnung der Klingenausgabe liegen, damit man diese mit dem kleinen Schieber/Halter vom Cuttergriff herausziehen kann. Zudem ist die Methode die Klinge mit dem Finger rauszudrücken ein totaler Fail, da die Klingen durch das Restöl regelrecht aneinander kleben und sich nicht voneinander trennen möchten. Und wenn man etwas fester drückt zerfällt die ganze Verpackung in Einzelteile und durch die Federn fliegen einem die Klingen ungeschützt entgegen. Nicht nur scharf, sondern auch sicher geht anders. Hier ist mal Stiftung Warentest gefragt. Von diesen Klingen werde ich zukünftig die Finger lassen.

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