Seitenschneider-Typen

Bei den Seitenschneidern gibt es verschiedene Typen die sich durch die Form ihrer Schneiden unterscheiden. Bei den Gunpla-Kits haben diese Typen einen erheblichen Einfluss auf das Endresultat und auch auf das weitere Vorgehen zum Verarbeiten der Nub-Stellen.

 

 

Seitenschneider mit einseitiger Klinge

Einer der beliebtesten Seitenschneider in der Gunpla-Welt ist der God Hand Spn-120 Ultimate Nipper 5.0. Einer seiner Merkmale ist, dass dieser Seitenschneider nur eine scharfe Schneide hat und die andere Seite, stumpf ist.

Diese Form hat einen entscheidenden Vorteil, denn dadurch werden weniger Stressmarken an der Gate-Nub-Stelle erzeugt. Dadurch, dass beim durchtrennen, das Plastik eher durchgequetscht als durchgeschnitten wird, verändert es seine Farbe, und wird Weiß. Dies nennt man eine Stressmarke.

Die einseitige Klinge reduziert diese Stressmarken, da dieses “durchquetschen” nur von einer Seite aus hervorgerufen wird. Zudem erlaubt dieser Typ eine sehr dünne und scharfe Schneide was den Stressmarken-Effekt noch einmal weiter verringert.

Es entsteht allerdings auch ein Nachteil. Bei den Gunpla-Kits kann man sich entscheiden diese Gate-Nub-Stellen so zu belassen, wie diese nach dem durchtrennen sind. Damit kommt man sehr schnell beim Zusammenbau voran. Oder aber man entscheidet sich diese Gate-Nub-Stellen aufzubereiten und so unsichtbar wie möglich zu präsentieren, was einen dementsprechenden Zeitaufwand fordert.

Bei den einseitigen Seitenschneidern ist dieses Vorgehen umso wichtiger, da dieser Typ Schneide immer eine (sehr kleine) Gate-Nub-Stelle hinterlässt. Da allerdings fast keine Stressmarken beim dem Typ entstehen, ist das Endresultat bereits sehr ansehnlich.

Wer diese Gate-Nub-Stellen allerdings veredeln will, wird dabei aber feststellen müssen, dass dieser Prozess bei diesem Typ aufwändiger ist, als die Gate-Nub-Stellen der anderen Seitenschneider-Typen. Denn dadurch, dass diese Stelle sehr dünn ist, entfernt man sehr leicht zu viel Material, wenn man das Teil mit einer Klinge aufbereitet. Und bei Sandpapier schleift man die Gate-Nub-Stellen gerne schräg ab und entfernt damit auch zu viel Material.

Ein weiterer Nachteil ist. Dadurch, dass die Schneiden sehr dünn sind, nutzen diese auch schneller ab, wodurch man sich öfter mal einen neuen Seitenschneider holen muss. Bei dem hohen Preis vom God Hand Ultimate Nipper ist dies durchaus zu beachten.

Ein letzter Nachteil entsteht zudem bei sehr dicken oder engen Gates. Bei diesem Typ sind die Schneiden meist sehr kurz. Man kommt deshalb schlecht an enge Gates heran. Zudem verhakt sich die dünne Klinge gerne bei zu dicken Gates, was einem mit der Zeit lästig werden kann, diese bei jedem Schnitt herauszufriemeln.

 

 

Seitenschneider ohne Wate (Flush Cutter)

Bei den Flush Cuttern sind beide Schneiden geschliffen und an der Unterseite eben.

Diese Form erlaubt es die Teile ohne Gate-Nub-Stelle zu durchtrennen, weshalb diese auch bevorzugt bei Modellbauern eingesetzt werden. Die Teile sind an der Abtrennstelle sehr glatt, wodurch man nicht viel Zeit in die Veredelung stecken muss.

Dafür sind allerdings zwei Voraussetzungen nötig. Die Schneiden müssen sehr präzise vom Hersteller ausgerichtet sein, was meist damit erreicht wird, dass die Schneiden in einem geringeren Winkel geschliffen werden und dementsprechend auch weniger scharf, jedoch aber langlebiger sind.

Weniger Schärfe bedeutet auch mehr Stressmarken. Es ist also ein Balance-Akt. Sind die Schneiden scharf und präzise ausgerichtet, wird man mit diesem Seitenschneider Typ sehr viel Freude haben und auch Zeit sparen.

 

 

Seitenschneider mit Wate

Bei Seitenschneider mit Wate sind die Schneiden an Ober- und Unterseite geschliffen, was Ihnen eine höhere Schärfe als bei den Flush Cuttern verleiht.

Durch diesen zusätzlichen Schliff, bleibt aber immer eine Nub-Stelle bestehen, die dann entfernt werden muss. Diese ist dann auch deutlich Grösser als Jene bei den Seitenschneidern mit einseitiger Klinge. Zudem reduziert der zusätzliche Schliff nicht unbedingt die Stressmarken, als es bei den Flush Cuttern der Fall ist.

 

 

Welchen Typ soll ich denn nun nehmen?

Ganz ehrlich. Du wirst wahrscheinlich einen Seitenschneider mit einseitiger Klinge und auch einen Seitenschneider mit/ohne Wate (die Wahl liegt bei dir) benötigen.

Zeit spielt bei mir eigentlich keine Rolle und ich mag saubere Gate-Nub-Stellen, weshalb ich meine Teile nie direkt am Gate abtrenne, und wodurch ich immer eine Nub-Stelle behalte. Aus diesem Grund benutze ich die meiste Zeit einen Flush Cutter. Da diese weniger abnutzen und auch weniger kosten, jedoch präzise abtrennen wenn ich es benötige, ist es für mich die bessere Wahl. Ich lasse also bewusst eine Nub-Stelle dran. Trotzdem habe ich auch immer einen Seitenschneider mit einseitiger Klinge da liegen, welcher vor allem bei Clear-Parts (durchsichtigen Teilen) zum Einsatz kommt. Denn bei Clear-Parts sind Stressmarken nicht nur aufwendig zu entfernen, sondern ist die Schneide nicht genügend Scharf, können zusätzlich unschöne Risse an den Gate-Stellen entstehen.

 

 

Micro-Shear® Flush Cutter

Zu guter Letzt sind Micro-Shear® Flush Cutter noch bei einigen Modellbauern ein Thema. Dies sind Flush Cutter, bei denen die Schneiden nicht Eben ausgerichtet sind. Dadurch kann man angeblich bessere Schneideresultate erleben. Die Xuron Corporation hat sich den Begriff Micro-Shear® für sich registrieren lassen. Mehr dazu kannst du auf deren Website nachlesen.

Da ich auch schon Flush Cutter anderer Marken hatte bei den die Schneiden durch Qualitätsmängel nicht präzise ausgerichtet waren, jedoch genau diesen Effekt hatten, konnte ich das Micro-Shear® Thema selbst begutachten und kam zu meiner persönlichen Schlussfolgerung, dass ich dies als Marketing-Gag abtun werde. Denn mehr ist es für mich nicht.

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