Abrasive #1: Schleifsticks und Co. im Einsatz

Nachdem ich vorher schon über Seitenschneider und Cutter berichtet habe, komme ich jetzt zur letzten Review Serie die sich spezifisch um die Bearbeitung der Trennstellen/Nub Marks/Gates an den kleinen Plastikteilen dreht.

Bei Schleifpapier scheiden sich schlussendlich die Geister. Es gibt so viele Marken, dass guter Rat schwer ist und die Wahl der Schleifmittel hängt meistens dann noch von Faktoren wie der Form des Bauteils, der Plastikfarbe oder aber der Weiterverarbeitung des Teils, wie z. B. die Veredelung mit einem Lack ab. Und an dieser Stelle möchte ich jedem anraten selber die besten Schleifmittel für sich herauszufinden. Die nachfolgende Liste soll daher eher als Inspiration gelten.

 

 

“Tales of Wisdom” High Shine Sanding & Polishing kit

Das “Tales of Wisdom” High Shine Sanding & Polishing kit von Uschi van der Rosten. Diese Box ist eine Zusammenstellung von verschiedenen Körnungen an Schleifschwämmen, Schleifpapier, Schleifsticks/Buffer und Poliersticks und besonders gut für Anfänger gedacht da es praktisch von jedem Schleifmitteltyp und den dazu passenden Körnungen etwas enthält und man so sehr leicht austesten kann, was genau am besten zu einem passt. Für 16,90 EUR habe ich noch kein besseres Preis-/Leistungsangebot gesehen.

 

 

Bosch Composite & Varnish Schleifpapier

Wenn es um das Schleifen (nicht das Polieren) der Öberfläche von den Teilen geht, um z. B. verbliebene Stressmarken zu entfernen oder das Teil wieder zu glätten da ich nicht aufgepasst habe und mit dem Cutter zuviel Material entfernt habe, kommt bei mir hauptsächlich Schleifpapier zum Einsatz.

Hierbei schneide ich mir kleine Streifen von den Schleifpapier-Rollen bzw. Blättern ab und klebe diese auf Eisstiele was in etwa wie nachfolgend aussieht:

Wer Interesse an einer Anleitung hat, wie ich diese selbst gebauten Schleifsticks herstelle, bitte in die Kommentare schreiben.

Bisher habe ich einige Marken die man in den Baumärkten findet oder aber über Amazon bestellen kann, ausprobiert. Schlussendlich bin ich aber bei dem Bosch Composite & Varnish Schleifpapier hängen geblieben, da dieses Schleifpapier im Vergleich zu anderen Marken, sehr lange hält und sich die Poren besser vom abgeriebenen Plastikstaub bereinigen lassen (z. B. durch abwaschen oder mit einer Zahnbürste abreiben).

Allerdings möchte ich darauf hinweisen, Schleifpapier mit Vorsicht zu verwenden. Dieses Schleifpapier trägt selbst bei der 400er Körnung noch einiges an Plastik ab und hinterlässt schnell Kratzer die herauspoliert werden müssen. Ich benutze hauptsächlich die 400er Körnung. Die selbst gebauten Schleifsticks kommen meist bei geraden Flächen und Kanten zum Einsatz, während ich bei abgerundeten Flächen eher Schleifschwämme benutze.

 

 

3M Schleifschwämme

Wie gerade erwähnt, setze ich für abgerundete Flächen, gerne Schleifschwämme ein. Besonders überzeugt haben mich bisher die Schleifschwämme vom 3M. Allerdings gibt es hier ein kleines Problem. Diese Schwämme von 3M werden hauptsächlich an Gewerbe vertrieben und man findet nur wenige Händler (Dondo Deutschland), welche diese an Privatleute weiterverkaufen. Zudem sind diese Schleifschwämme dann auch recht teuer. Wer nicht den Aufwand betreiben will die Marke 3M zu bekommen oder aber nicht bereit ist die Kosten von 5-8 EUR für gerade mal 2 Schwämme derselben Körnung zu bezahlen, kann gerne auf die oben erwähnte Tales of Wisdom Box zurückgreifen. Die darin enthaltenen Schleifschwämme kommen sehr nahe an die Qualität von 3M heran.

Bei den 3M Schleifschwämmen setze ich hauptsächlich die Körnungen mit den Bezeichnungen Superfine, Ultrafine und Microfine ein (Nummern 3, 4 und 5 im Bild).

 

 

GodHand Flex Cloth und Micro-Mesh

Nach dem anschleifen haben die Teile natürlich einige Kratzer und es gilt die Oberfläche wieder glatt zu bekommen. Hierbei helfen Schleifmittel in feineren Körnungen bzw. Schleifmittel die speziell für Politurarbeiten gedacht sind. Für diese Zwecke setze ich hauptsächlich zwei Marken ein: GodHand und Micro-Mesh.

GodHand bietet Schleifleinen in 4 Körnungen an: P240, P400, P600 und P800. Die beiden ersten Körnungen entsprechen in etwa denselben Körnungen wie das Schleifpapier von Bosch und können einiges an Material wegnehmen. Mit den P600 und P800 Körnungen entfernt man störende Kratzer. Allerdings sollte man wissen, dass durch das Abschleifen und das Polieren, die Farben der Teile leicht verblassen bzw. stumpf und milchig werden. Zudem genügt die 800er Körnung noch nicht ganz um eine Struktur, ähnlich der nicht angeschliffenen Seiten, hinzubekommen. Hier benötigt es noch eine 1000er Körnung einer anderen Marke, auf welche ich noch zurückkomme.

Das Schleifleinen von GodHand hat allerdings auch einige Nachteile. Erstmals muss man diese Marke in Europa bekommen. Über eBay, HLJ, etc. gibt es zwar Möglichkeiten. Die Lieferzeiten sind allerdings teils sehr lang und es gibt öfter mal Lieferengpässe. Zudem ist das Schleifleinen nicht sehr ausdauernd und das Schleifmittel auf dem Leinen ist schnell abgerieben, egal ob Nass- oder Trockenschliff (weshalb ich die P240 und P400 Körnungen von GodHand kaum benutze und Bosch bevorzuge).

Dieser Umstand bringt mich zu den Schleifmitteln der Marke Micro-Mesh. Bei Micro-Mesh findet man Schleifleinen, Schleifsticks und Schleifschwämme sowie diverse andere Produkte in sehr feinen Körnungen und die zudem sehr langlebig sind. Nach dem Schleifen mit der 400er Körnung, setze ich meist das MM Regular 1500 ein, gefolgt von der MM Regular 3200er Körnung und final bearbeitet mit der MM Regular 4000er Körnung. Wenn man die Teile gerne glänzend haben möchte kann man noch zur 6000er Körnung weitergehen. Allerdings verblassen auch hier die Teile etwas und wirken leicht stumpf. Ob man nun das Schleifleinen oder die Quick Shine Buffer, etc. benutzt, ist wohl eher eine persönliche Entscheidung. Ich für meinen Teil, setze das Schleifleinen (auf selbst gebastelten Sticks) sowie auch manchmal den Quad Grade Buffer ein. Die Schleifschwämme von Micro-Mesh finde ich nicht ganz so toll, da diese etwas steif sind.

GodHand setze ich bevorzugt bei High-Grade und Master-Grade Kits ein. Micro-Mesh kommt häufiger bei Real-Grade Kits zum Einsatz. Irgendwie hat sich diese Anwendung so mit der Zeit für mich ergeben auch wenn es keine speziellen Umstände dafür gibt, außer dass die Teile bei Real-Grade Kits etwas dünner ausgelegt sind und man selbst mit der P600er und P800er Körnung noch viel Material wegschleifen kann wenn man nicht aufpasst, wobei man mit Micro-Mesh nicht so Vorsichtig sein muss. Diese Anwendungsregel ist allerdings nicht in Stein gemeißelt. Oftmals benutze ich auch einfach nur gerade das Produkt was am nächsten bei der Hand liegt.

 

 

Nailfun Super Shiner 1000/4000

Die Politur mit der GodHand 800er Körnung ist teilweise noch etwas Grob (z. B. bei blauen und schwarzen Teilen), weshalb man noch einen Schritt weiter gehen kann. Hierfür ist der Nailfun Super Shiner 1000/4000 ein tolles Hilfsmittel. Mit der Grünen Seite, die der 1000er Körnung entspricht, kommt man sehr nahe an das Ergebnis der nicht bearbeiteten Teile heran.

Es gibt noch einen kleinen Trick, wie man die etwas abgestumpfte Farbe zurück ändern kann. Und zwar bearbeitet man das Teil zuerst mit der grünen Seite und anschließend mit der weißen Seite, so dass es schön speckig glänzt. Danach noch mal mit der grünen Seite, leicht drüber wischen, bis der starke Glanz wieder verschwunden ist. Zwar kommt man damit nicht ganz an die original Färbung heran, man muss aber schon sehr genau hinschauen um den Unterschied zu merken.

Bei der weißen Seite sollte man allerdings nicht zu stark drücken und auch nicht zu schnell über die Teile reiben, da sich sonst die weiße Beschichtung löst, und sehr unschöne Streifen auf den Teilen hinterlässt, die den Stressmarken ähneln.

Es sei auch generell angemerkt, dass die ganze Prozedur mit den Seitenschneidern, Cuttern und den Schleifmittel nicht immer erfolgreich ist. Es kommt vor, dass sich Stressmarken nicht entfernen lassen und es kann auch vorkommen, dass das Plastik an der Nub-Stelle etwas abblättert und auch nach der Politur sind die Nub-Marks etwas anders eingefärbt.

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